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Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17.03.10
geändert am  03.05.2010

Schülerzahlen bleiben fast stabil

Bundesweit sinken angesichts der zurückgehenden...

Musterbriefe
geändert am  03.05.2010
Begrüßen Sie den neuen Kultusminister...
geändert am  25.04.2010

... und fragen Sie ihn nach seinen Ideen für eine bessere Unterrichtsversorgung. Unseren...

Mehr Lehrer

Seit Jahren herrscht an allen niedersächsischen Schulen, insbesondere im Gymnasialbereich, ein eklatanter Lehrermangel. Pflichtstunden können nicht ausreichend erteilt werden. Vor allem in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Latein, Spanisch und Musik ist die Situation katastrophal. Das bedeutet, dass in manchen Jahrgängen schon zu Beginn des Schuljahres die Stundentafel nicht eingehalten werden kann und das Wegfallen von Pflichtstunden bereits eingeplant ist.

 

Seit Jahren stellt die GEW Niedersachsen fest, dass der Personalbedarf an den niedersächsischen Schulen nicht gesichert ist.

 

Seit Jahren fordert sie die Einstellung von Lehrern, um eine bessere Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.

 

In der Pressekonferenz der Landesregierung am 24.02.2009 bestätigte Ministerpräsident Wulff, dass zum Schuljahresbeginn 2009 mindestens 1.500 Lehrerstellen fehlen. Diese zu besetzenden Stellen bringen noch keine verbesserte Unterrichtsversorgung, sondern dienen lediglich der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen schlechten Versorgung. Um den Personalbedarf zu rekrutieren, hat die Landesregierung ein „Maßnahmenbündel“ vorgelegt: Dazu gehören: 

  • Lehrer an den Gymnasien mit Teilzeitverträgen müssen Vollzeit tätig werden
  • Anrechnungsstunden, z. B. für Beratungslehrer, werden gekürzt
  • Förderstunden an Grundschulen werden abgebaut
  • noch größere Klassen werden eingerichtet
  • Senioren, Seiteneinsteiger, Pastoren und Katecheten werden eingestellt.

Diese Maßnahmen reichen zum einen in keiner Weise aus. Zum anderen führen sie zu einer Mehrbelastung von Schülern und Lehrern und zu einem Abbau pädagogisch sinnvoller Errungenschaften, die sich bewährt haben. Folglich wird die Bildungssituation an den niedersächsischen Schulen noch dramatisch schlechter!

Kleinere Klassen

Die Einführung des G8 bedeutet für die Schüler eine größere Arbeitsbelastung. Dieser Tatsache wird nicht durch kleinere Klassen entgegengetreten – im Gegenteil. In der Sek I liegt die Klassenfrequenz im Schnitt bei 28,1; vor 10 Jahren waren es noch 24,7. In einem Viertel der Klassen sind laut amtlicher Statistik aktuell 31 bis 33 Schüler zu beschulen. Kommunikative Unterrichtsformen sind nicht möglich. Schon jetzt leidet ein nicht geringer Teil der Schüler an Symptomen der Überforderung.

 

Im Doppeljahrgang am G8, der im Jahr 2011 das Abitur ablegt, wird mit Leistungskursen von bis zu 28 Schülern gerechnet. Das lässt sich mit dem dazugehörigen Anforderungsprofil nicht vereinbaren!

Statistische Taschenspielertricks

Seit Jahren werden den Eltern seitens des Kultusministeriums Zahlen übermittelt, wonach die rechnerische Unterrichtsversorgung etwa zwischen 90% und 96% liege. Selbst wenn diese Zahlen zutreffen sollten, so bleibt der Ausfall von Lehrkräften und Unterricht im Schulalltag aus folgenden Gründen unberücksichtigt:

 

  • durch Krankheit
  • Schwangerschaft und Mutterschutz
  • Aus- und Fortbildungsveranstaltungen
  • Sonderurlaube
  • Besondere Projekte
  • Abitur und andere Prüfungen
  • Zu erteilende und in der Statistik nicht miterfasste AG-Stunden
  • Oder nicht passende Unterrichtsfächer im Vertretungsfall.

 

 

Seit Jahren wird der Öffentlichkeit mit diesen Prozentzahlen eine annähernde Volle Unterrichtsversorgung vorgegaukelt. Diese „Taschenspielertricks“ sind unseriös und dienen allein dazu, die Schüler und Eltern über die tatsächliche Unterrichtsversorgung zu täuschen. Die reale Versorgung liegt bei 80%, in manchen Fällen sogar noch darunter.

Das bedeutet, dass den Schülern nahezu 20% der Unterrichtszeit vorenthalten werden. Bezogen auf eine nur noch achtjährige Gymnasiallaufzeit belaufen sich die Unterrichtsausfälle auf mehr als 1 ½ Jahre Schulunterricht!

Das haben die Parteien versprochen:

CDU

„ … Über eine weitere Verbesserung der Unterrichtsversorgung wollen wir eine faktische Verlässlichkeit für alle Schulformen erreichen. Wir werden die Einstellungsvoraussetzungen für „Feuerwehrlehrkräfte“ so modifizieren, dass sie kurzfristig und flexibel Unterrichtsausfälle verhindern können. …“   (aus dem Wahlprogramm)

 

SPD

„ … Eine SPD-Landesregierung wird deshalb eine ausreichende Zahl von Lehrkräften für die Schule einstellen, um eine tatsächliche Unterrichtsversorgung von 100 Prozent zu ermöglichen und flexible Mittel zur Verhinderung von großen Klassen zu entwickeln. …“ und „ … ausreichende und flexible Mittel zur Verfügung stellen, um Unterrichtsausfall zu verhindern. …“ (aus dem Wahlprogramm)

 

FDP

„ … Die FDP setzt sich dafür ein, dass an allen niedersächsischen Schulen stets eine volle Unterrichtsversorgung gewährleistet ist. … Die FDP fordert: - eine bedarfsgerechte Aufstockung der Vertretungsreserve, die sicherstellt, dass Unterrichtsausfall verhindert wird; - eine Reduzierung der Klassengröße, um eine optimale Betreuungsrelation zu erreichen. …“ (aus dem Wahlprogramm)

 

Aus dem Koalitionsvertrag CDU-FDP:

„ … Die langfristige Sicherung der Unterrichtsversorgung bleibt vorrangiges Ziel. …“